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„Der Lärm fehlt mir“

Daumen hoch! Amin Rashid Miyavaghi vor seinem "Startblock" - für die Kita mehr als eine Übergangslösung.
Daumen hoch! Amin Rashid Miyavaghi vor seinem „Startblock“ – für die Kita mehr als eine Übergangslösung.

Er war der Retter in allerletzter Sekunde: Amin Rashid Miyavaghi hat die Kinder der Kita an der PH für die Zeit des Abrisses und des Neubaus in seinem Bistro „Startblock“ beherbergt. Etwa vier Monate hausten die kleinen und großen „Kitaner“ im Restaurant über dem Sportpark Nord. Im Interview erzählt der zweifache Familienvater, wie sich das Zusammenleben in der „Übergangslösung“ gestaltete:

Vermisst du uns schon?
Amin Rashid Miyavaghi: Ja, der Lärm fehlt mir. Und es war immer so schön, wenn ich nachmittags auf die Terrasse gekommen bin. Da haben mich die Kinder stets mit „Hallo Amin“ begrüßt. Es ist schon ein bisschen ruhiger geworden…

Wie waren die vier Monate mit der Kita?
Amin: Dazu kann ich nur sagen: Ich würde es immer wieder machen. Angenehme Leute und gut erzogene Kinder. Die Eltern sind engagiert und gut organisiert.

Gab es besonders schöne Momente?
Amin: Wir hatten etwa eine Stunde, in der sich Kita- und Bistrobetrieb überschnitten haben. Da fand ich es immer besonders schön, wenn die Kinder aus dem großen Raum durch den Startblock zu den Toiletten gelaufen sind und sich mit den Kunden, meinen Mitarbeitern und mir unterhalten haben.

Und besonders schlimme Momente?
Amin: Wie gesagt: Es hat meist alles ganz gut geklappt. Es gab einen Mittag, da war unheimlich viel zu tun, weil wir 70 bis 80 Essen für ein Sportlercamp zubereiten mussten. Ausgerechnet in dieser Zeit war dann die Toilette verstopft und stand plötzlich unter Wasser, weil die Kinder da massenweise WC-Tücher hineingeworfen hatten. Und dann ist auch noch die Spülmaschine ausgefallen. Das war dann ein bisschen stressig. Aber die Rohrreiniger-Firma hat es wieder hinbekommen. (Lacht.)

Ist sonst was kaputt gegangen?
Amin: Nicht dass ich wüsste. Kein Geschirr, keine Möbel, keine Blumen. Das Klo wurde schnell wieder repariert.

Haben sich die Eltern bei ihren monatlichen Mitgliederversammlungen im Startblock gut benommen?
Amin: Ja, die sind genauso gut erzogen wie die Kinder.

Das heißt also, wir halten weiter Kontakt?
Amin: Ja, ihr seid willkommen – egal, in welcher Hinsicht! Wenn wir euch helfen können – etwa mit Räumen oder für eine Feier –, dann machen das sehr gerne. Für mich war diese Zeit eine ganz positive Erfahrung.

Wir kommen gerne wieder. Dass du guten Kaffee und leckeres Essen machst, wissen wir ja jetzt…

Amin: Danke, das freut mich.

Vielleicht kommen wir ja auch mal mit einer Abordnung zum Fußballgucken oder zu deinem neuen Brunch.
Amin: Sehr gerne. Der Brunch ist an jedem ersten Sonntag im Monat. Kinder bis sechs Jahre zahlen übrigens nichts. Das dürfte euch entgegenkommen…

Zur Person:
Amin Rashid Miyavaghi, Jahrgang 1967, ist gebürtiger Iraner und gelernter Koch. Von 2001 bis 2009 leitete er in der Südstadt das Lokal „Rosengarten“. Danach absolvierte er bei der IHK die staatliche Externenprüfung zum Koch und arbeitete anschließend beim KSI in Bad Honnef und in verschiedenen anderen Lokalen. Seit 2012 führt er den „Startblock“, das Bistro im Sportpark Nord. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren.

Flyer Brunch im Startblock

Neubau mit Familienanschluss

Zum Vollholz-Kernteam in Bonn gehörten neben Volker Albrecht (rechts vorne) und  Thomas Bunn auch Nico Müller und Josef Kurczak sowie in der Schlussphase des Baus Jens Dietz und Marcus Scheske.
Zum Vollholz-Kernteam in Bonn gehörten neben Volker Albrecht (rechts vorne) und Thomas Bunn (rechts hinten) auch Nico Müller (vorne links) und Josef Kurczak (oben links) sowie in der Schlussphase des Baus Jens Dietz und Marcus Scheske.

Das Team der Vollholz GmbH hat in gut drei Monaten die neue Kita an der PH gebaut. Geschäftsführer Volker Albrecht berichtet im Interview einen Tag vor der Bauabnahme, wie der erste Kita-Neubau des Unternehmens aus Schweppenhausen bei Bad Kreuznach verlaufen ist:

Zufrieden?
Volker Albrecht: Im Prinzip ja. Wir sind im Soll und haben mehr geschafft, als wir vorhergesagt hatten. Am Montag können die Kinder in ihre neue Kita einziehen (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist der 20. Januar).

Eigentlich sollte das Haus schon zwei Wochen früher fertig werden. Wie kam es zu der Verzögerung?
Volker: Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen die zwischenzeitliche Vereinbarung mit dem Bauamt, dass nicht weitergebaut werden darf, bis die fehlende Prüfstatik vorliegt. Zum anderen sind uns während der Bauphase zwei Autos kaputt gegangen. So ein Bau ist wie eine große Maschine. Die funktioniert nie reibungslos.

Was gab es für besondere Schwierigkeiten in den drei Monaten?
Volker: Außergewöhnlich waren die Schwierigkeiten mit dem Bauamt. Wir hatten zwar schon eine Baugenehmigung, aber der Bericht über die Prüfstatik lag noch nicht vor. Die war irgendwo auf dem Weg zwischen Ingenieurbüro und Bauamt abhanden gekommen. Statt im Büro des Statikers nachzufragen, wurde ein Baustopp angeordnet. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl gewünscht.

Einen Kita-Bonus gab es also nicht?
Volker: Nein, leider nicht. Am Tag nach der Verkündigung des vorläufigen Baustopps war die Motivation unseres Teams natürlich im Keller. Zeit gekostet hat außerdem der fehlende Bericht über die Wärmedämmungsmaßnahmen, der in NRW benötigt wird – anders als in unserem Stammland Rheinland-Pfalz.

Die neue Kita ist komplett aus Holz?
Volker: Nein, es handelt sich um ein Holzständerwerk mit Rigips und Dämmung. So bauen die meisten Schweden ihre Wohnhäuser. Und die machen das genauso wie wir hier: Ein kleines Team, und die Familie hilft mit, wo sie kann.

Wobei in diesem Fall die Elterninitiative die Familie war. Verliert man da als Bauarbeiter nicht irgendwann die Nerven, wenn jemand zum fünften Mal das Gleiche fragt?
Volker: Nein, das sind meine Kollegen gewohnt. Normalerweise bauen wir Treppen, und zwar mit dem Hausherrn gemeinsam. Da müssen wir viel erklären. Aber wir haben nur gute Erfahrungen damit gemacht. Wenn die Treppe später mal knarzt, kann sich der Hausherr meist selbst helfen.

Warum ist die neue Kita eigentlich so günstig?
Volker: Mein Geschäftsführer-Kollege Thomas Bunn und ich haben der Kita ein besonders gutes Angebot gemacht. So günstig, dass die Stadt Bonn es nicht für möglich hielt und ihre Zusage zur Förderung durch das Land erst nicht geben wollte.

Wie kann man eine neue Kita für etwas mehr als 200.000 Euro bauen?
Volker: Wir brauchen für diese Bauweise nicht so viele große Geräte wie auf anderen Baustellen, keine Kräne zum Beispiel. Unser Kernteam von vier Arbeitern hat hier die meiste Zeit alleine gearbeitet, nur unterstützt von der tatkräftigen Elternschaft.

Und ihr habt nicht im Hotel oder einer Pension gewohnt…
Volker: Wir haben bei meinem Sohn Moritz […] gewohnt. Das war schon eine enorme Belastung […], dass jeden Abend vier Bauarbeiter […] Wohnzimmer und Esszimmer belagerten. Und das wochenlang! Aber so eine Kita baut man ja nur einmal…

Du hast gesagt, die neue Kita hält hundert Jahre.
Volker: Ja. Reparaturen werden künftig viel einfacher sein als in der alten Baracke. Der alte Bau war von unten feucht geworden. Deshalb konnte der massive Schimmelbefall entstehen. Die neue Kita ist so konstruiert, dass sie von unten und auch zum Beispiel in der Fassade immer gut durchlüftet wird.

Und die Energiebilanz?
Volker: Durch die Holzbauweise mit extra dicker Dämmung werden sich gegenüber dem alten Bau enorme energetische Vorteile ergeben. Man muss die Heizung nicht mehr auf so hohem Niveau laufen lassen, sondern kann sie stückweise runterfahren. Das lohnt sich bestimmt.

Das war der erste Kita-Neubau der Vollholz GmbH. Würdest du es wieder machen?
Volker: Ja. Man kann nicht ständig von der Gesellschaft verlangen, dass sie kinderfreundlich ist, und dann selber nichts tun. Wir haben das auch gemacht, damit dieser Verein und diese besondere Kita weiter bestehen können.

Zur Person:
Volker Albrecht, Jahrgang 1955, führt mit Thomas Bunn die Vollholz GmbH aus Schweppenhausen bei Bad Kreuznach. Er ist nicht nur begeisterter Holzkita-Neubauer, sondern auch der Vater des Vereinsvorsitzenden Moritz Walheim und der Großvater von aktuell zwei Kita-Kindern.

Das ist unser Haus!!!

Hurra!!! Wahnsinn!! Yeah!!! Wunderbar!!!

Zehn, neuen, acht, sieben.... eins, null!!!
Zehn, neun, acht, sieben…. eins, null!!!

Die Kinder der Kita an der PH e.V. haben heute Morgen das neue Haus gestürmt und besetzt. Und jetzt geben sie es ganz gewiss nicht mehr her!!! Um kurz vor zehn war es nach einer neuerlichen Begehung mit einem Mitarbeiter des Bauamtes endlich soweit. Wenig später konnte Kita-Vorsitzender Moritz Walheim per E-Mail an alle Kitaner verkünden: „Wir sind drin.“

Und dann gab’s Jubel und Geschrei und Freudentränen, und der Toberaum wurde gestürmt. Man kann es noch nicht ganz fassen, dass dieses Wunder jetzt tatsächlich wahr geworden ist.

Die Elterninitiative dankt allen Beteiligten für ihren phänomenalen Einsatz, zuvorderst dem unermüdlichen Team der Vollholz GmbH und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern.

Morgen soll die Kita werden…

Wahnsinn, was sich in den letzten Tagen in der neuen Kita an der PH getan hat. Die Eltern haben das Werk der Vollholz GmbH zu Ende gebracht. Ja, es ist eine Einrichtung! Zeit, das neue Gebäude in Besitz zu nehmen. Auf geht’s morgen, Kita-Kinder!!!
Hier ein ebenso ungeschminktes wie hochemotionales Video von den Arbeiten, Stand heute Nachmittag. Durch die neue Kita führt Kita TV Propaganda-Reporter Paulo Ma:

Kann man als Bauabnehmer denn da noch „Nein“ sagen?

Endspurt


Nicht mehr lang…

Die Kitaner fiebern der Bauabnahme entgegen und hoffen, dass die Kinder und Erzieher schon am kommenden Montag in die neue Kita an der PH einziehen können. Dafür haben die Mitarbeiter der Vollholz GmbH und die Eltern seit Tagen gearbeitet, Tag für Tag, Abend für Abend. Jetzt drücken sich alle selbst und gegenseitig die Daumen und hoffen, dass alles klappt. Es ist ein Wunder!